Montagmorgen in der Agentur: Welches Kundenprofil braucht zuerst Aufmerksamkeit?

Welches Kundenprofil braucht zuerst Aufmerksamkeit

Montag, kurz nach neun: Sie betreuen zwanzig oder mehr lokale Kunden mit jeweils einem Google Unternehmensprofil. Alle Profile jede Woche vollständig durchzugehen, bindet viel Zeit. Viele Agenturen arbeiten deshalb nach einer festen Rotation: diese Woche die Profile eins bis fünf, nächste Woche sechs bis zehn. Das schafft Ordnung, berücksichtigt aber nicht den aktuellen Handlungsbedarf. Ist seit Freitag eine falsche Telefonnummer hinterlegt, wartet das betroffene Profil womöglich mehrere Wochen auf die nächste Kontrolle. Währenddessen laufen Anrufe ins Leere.

Was dringend ist und was warten kann

Für die Priorisierung Ihres gesamten Kundenportfolios brauchen Sie einheitliche Kriterien. Vorrang haben Befunde, die Kontakt, Vertrauen oder Sichtbarkeit beeinträchtigen:

  • Falsche Adresse, Telefonnummer oder Öffnungszeiten: Interessenten erreichen das Unternehmen nicht oder stehen vor verschlossener Tür. Bekannte Fehler korrigieren Sie sofort.
  • Unbeantwortete negative Bewertungen: Kritik bleibt öffentlich ohne Reaktion. Prüfen Sie zeitnah, welche Antwort und gegebenenfalls welche interne Klärung erforderlich sind.
  • Rückstand bei Bewertungen und Fotos: Gewinnen nahe Wettbewerber mehr neue Rezensionen und zeigen mehr aktuelle Bilder, sollten Sie den Abstand untersuchen und passende Maßnahmen planen.
  • Unpassende Keyword-Schwerpunkte: Stimmen die gewählten Suchbegriffe nicht mit den tatsächlichen Suchanfragen zur Leistung oder zum Produkt überein, können wichtige Sichtbarkeitslücken unbemerkt bleiben.

Warten können rein kosmetische Anpassungen, etwa ein günstigerer Bildausschnitt oder eine optionale Ergänzung ohne Einfluss auf Erreichbarkeit und Sichtbarkeit. Entscheidend ist die Auswirkung des Befunds, nicht allein die Vollständigkeit eines Profils.

Triage: Erst das Portfolio sortieren, dann das Profil

Geben Sie jedem Kundenprofil einen vergleichbaren Score. So entsteht eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für das gesamte Portfolio. Beginnen Sie die Woche mit dem niedrigsten Wert und bearbeiten Sie innerhalb dieses Profils zuerst den schwerwiegendsten Befund. Danach folgt das nächste Profil nach demselben Prinzip.

Ein Beispiel dafür ist das Localo Audit. Es bewertet jedes aktive Kundenprofil mit einem Score von 0 bis 100 Prozent. Die Profilliste lässt sich aufsteigend nach dem Score sortieren. Innerhalb der Profile kennzeichnen Rot, Orange und Grün den Handlungsbedarf und helfen, die Bedeutung möglicher Änderungen einzuordnen. Grün steht für Bereiche ohne aktuellen Handlungsbedarf. Das Audit liefert Empfehlungen und vergleicht das Profil anhand derselben Keywords mit fünf relevanten Wettbewerbern in der Nähe.

Die automatische Prüfung erfolgt alle sieben Tage. Kontrollieren Sie deshalb auch das Datum des letzten Audits: Eine Änderung vom Freitag muss am Montag noch nicht erfasst sein. Das Audit unterstützt die Priorisierung; die empfohlenen Korrekturen setzen Sie als Agentur um.

Der Wochenrhythmus und die Kommunikation mit Kunden

Am Montag sortieren Sie Ihr Portfolio und legen die nächsten Aufgaben fest. Zuerst bearbeiten Sie die schwerwiegendsten Befunde der Profile mit den niedrigsten Scores, anschließend weniger dringende Warnungen. Akute Kontaktfehler beheben Sie sofort nach Bekanntwerden. Im weiteren Wochenverlauf prüfen Sie neue Bewertungen und gemeldete Änderungen. Grüne Befunde erfordern aktuell keine Maßnahme.

Agenturen mit vielen Kundenprofilen organisieren diesen Ablauf häufig über eine Plattform für lokales Marketing statt über eine Tabelle. Localo ist eine solche Plattform für Google Unternehmensprofile, mit der Agenturen die Profile ihrer Kunden verwalten.

Informieren Sie Ihre Kunden knapp: Was wurde festgestellt, was wurde korrigiert und welche Angaben oder Freigaben fehlen noch? Das Audit können Sie als Link weitergeben. So lässt sich nachvollziehen, warum bestimmte Aufgaben Vorrang haben. Die nächste Wochenprüfung zeigt anschließend, wie sich der Score entwickelt hat.

Wer sein Portfolio nach Handlungsbedarf statt nach fester Rotation bearbeitet, setzt seine verfügbare Zeit gezielter ein.

Foto: KI-generiert

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Kay Schönewerk

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